Bronze macht glücklicher als Silber
Montag, 10. Jul 2006 1:03 von Wolff Horbach
Es ist wie immer: Der Gewinner des dritten Platzes - in diesem Falle Deutschland - ist glücklicher als der des zweiten Platzes - hier: Frankreich. Dieses Bild ist sehr häufig bei Olympischen Spielen anzutreffen. Bronze macht glücklicher als Silber. Warum ist das so?
Die moderne Glücksforschung liefert uns das Ergebnis: Die Ursache für Freude oder Trauer, das Gefühl von Glück oder Unglück resultiert häufig aus einem Vergleich. Der Verlierer des Finales - der Zweite - hat die ganze Zeit daran gedacht, Sieger zu werden. Er war kurz davor. Wenn das Ergebnis feststeht, vergleicht er sich mit dem Sieger und ist - natürlich - Verlierer. Trauer kehrt ein. Dabei ist er Zweitbester geworden. Im Falle der Fußballweltmeisterschaft Zweitbester von 32 Mannschaften der Endrunde. Oder noch besser: Zweiter von ca. 200 Mannschaften, die sich ursprünglich beworben haben und längst durch Qualifikationen und Vorrunden ausgeschieden sind. Eigentlich ein Grund stolz und glücklich zu sein. Aber durch den Vergleich nach oben (da ist noch einer darüber) fällt das Urteil negativ aus.
Der Dritte ist dagegen glücklich. Er ist froh, noch auf dem Treppchen zu stehen. Er vergleicht sich mit all denen, die es nicht bis dahin geschafft haben. Dritter von 32 oder eben Dritter von 200 Mannschaften. Wahrlich ein Grund, stolz und glücklich zu sein.
Die Moral von der Geschicht: Vergleich mit Besseren dich nicht!
Mitglieder des GlücksNetzes kennen das aus dem GlücksWeg: Glückliche und unglückliche Vergleiche.
Hier schreibt 
Neben dem Vergleich nach oben bzw. unten kommt sicher noch ein anderer wichtiger Punkt hinzu: die Tatsache nämlich, dass der Dritte sein letztes Spiel gewonnen hat. Und es ist immer der letzte Eindruck, der haften bleibt und unser Gefühl maßgeblich beeinflusst.
ich finde es zählt immer, wer auf dem treppchen ganz oben steht. dieser ist wohl in der tat am glücklichsten. hängt das wirklich vom metall ab? ich wage es zu bezeifeln…