Wie wird man glücklich?
Mittwoch, 2. Aug 2006 20:45 von Wolff Horbach
Vielleicht ist es vermessen, diese Frage in einem einzigen Blog-Beitrag klären zu wollen. Ich versuche es trotzdem und zäume das Pferd von hinten auf.
Beginnen wir mit einem sehr glücklichen Menschen. Was tut er? Er sorgt für sich, ist also ein handelnder Mensch. Er ist mit seinen Handlungen meistens sehr zufrieden, hat es also geschafft, seine Bedürfnisse mit seinen Fähigkeiten in Einklang zu bringen.
Der glückliche Mensch sorgt auch für seinen Körper. Er hält sich gesund und fit. Hier haben wir wieder den aktiv handelnden Menschen. Er hat gute Gewohnheiten entwickelt.
Unser Glücksmensch kommt auch im Großen und Ganzen mit seinen Mitmenschen gut aus. Er mag sie, akzeptiert die Eigenarten anderer und wird von anderen gemocht. Konflikte, die zum Leben dazugehören, löst er konstruktiv und meistens aus eigener Kraft.
Mit Unbilden des Lebens geht unser Glücksmuster gelassen um. Er gibt nicht so schnell auf, orientiert sich eher an Lösungen als an Problemen.
Kurzum, unser glücklicher Mensch macht in seinen täglichen Handlungen eine Menge richtig. Aber warum macht er es richtig? Zufall? Gute Vorbilder? Oder hat er etwas gelernt in seinem bisherigen Leben?
Im günstigen Falle treffen die beiden letzten Varianten zu. Unser Glücksmensch hat in seinem Umfeld Menschen erlebt (Eltern, Lehrer, Freunde, …), die ihm zeigen, wie es geht. Durch eigene Erfahrung und kritische Reflexion arbeitet er unablässig daran, seine Gewohnheiten zu optimieren.
Vor der Stufe des Handelns steht die Stufe der Erkenntnis. Nämlich der Erkenntnis, das Glück uns nicht zufliegt, sondern die Folge aktiven Handelns ist - rechten Handelns.
Und vor dieser Stufe gibt es den ganzen wichtigen Entschluss, ein glückliches Leben zu führen. “Ja, ich will, dass mein Leben ein bejahenswertes ist.”
Jetzt haben wir uns die Kette entlang bis zum Anfang entlanggehangelt und erkennen daraus eine sinnvolle Reihenfolge für eine Anleitung zum Glücklichsein:
- Ich fasse den festen Entschluss, ein glückliches, sinnvolles und bejahenswertes Leben zu führen.
- Ich setze mich intensiv damit auseinander, was denn Glück bedeutet. Wo habe ich es erlebt? Wo erlebe ich es immer wieder? Was tut mir gut und was nicht? Was kann ich selbst beeinflussen? Wozu brauche ich die Mithilfe anderer? Aus dem Nebel taucht nach und nach die ganze Landschaft auf. Dieser Lernschritt ist wichtig.
- Ich probiere aus. Ich beginne aktiv zu werden. Ich reflektiere die Ergebnisse. Nicht alles wird toll sein. Aber ich gewinne immer mehr Erkenntnisse.
- Ich entwickele positive Gewohnheiten und verabschiede mich von solchen, die mir nicht gut tun. Ich spüre die Kraft eigenen Handelns und kann Illusionen Adieu sagen.
- usw usw usw.
Vielleicht ist Glück wie ein gutes Spiel, z.B. das japanische Go: Die Spielregeln sind in ein paar Minuten erklärt. Mit ein paar Steinen kann man gleich beginnen zu spielen - und Spaß dabei haben. Um ein Meister zu werden, muss man ein ganzes Leben lang üben.
Hier schreibt 
Danke für den Artikel.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir leichter fällt, die Dinge ausfindig zu machen, die mich unglücklich werden lassen.
Diese versuche ich dann zu ändern.
Dieser Weg erscheint mir logischer, denn mein Gefühl von Glücklichsein kenn ich doch und diese Momente möchte ich vervielfachen. Also alles was mich daran hindert, diesen Zustand zu erreichen, sollte weg.
Es gibt zwei Motivationsrichtungen: “weg von” und “hin zu”. Im Allgemeinen ist der zweite Weg der effektivere. Also das aufsuchen und verstärkt tun, was mich glücklich macht.
In der täglichen Praxis wird es ein Gemisch sein: Das vermeiden und reduzieren, was mich unglücklich und unzufrieden macht, das vermehrt tun, was mich glücklich macht.
Die Vermeidungsstrategie kann im Anfang ziemlich erfolgreich sein, weil du dann schnell vorwärts kommst. Beispiel: Wenn du häufig wütend bist und dir dann auf die Schliche kommst, was deine Wut auslöst, dann findest du wahrscheinlich auch einen Weg, dass deine Wut weniger häufig ausgelöst wird. In der Folge wirst du natürlich mehr positive Stunden erleben.
Wenn du etwas weiter fortgeschritten bist, wirst du merken, dass es besser ist, wenn du vermehrst das tust, was dir Freude bringt. Du bist dann in einer Situation, die wenig Spielraum für Negatives bietet.
Auch hier gilt: Das eine ist die Theorie (bzw. die Erfahrung von anderen), das andere ist deine persönliche Erfahrung. Und nur die zählt. Probier aus, was für dich das Beste ist. Viel Glück!
Ein Mensch kann dick oder dünn, arm oder reich, dumm oder klug, gesund oder krank, schlecht oder gut handelnd, bejahenswertes oder ein beschissenes Leben führen.
Wenn jemand denkt, dass Glück von solchen Sachen abhängt, der sucht lebenslang verzweifelt nach seinen Glück.
Und wenn man mit Worten beschreiben könnte, wie es sich fühlt und was man tun soll, damit man es fühlt, dann wären alle Menschen auf der Welt glücklich.
Du existierst.. ?
und bist im Stande selbständig denken zu können ?
Dann kannst du es auch fühlen.
Vielleicht hältest du mich jetzt für bekloppt?
Und das ist mir sowas von Wurscht :)))
ja glücklich sein ist schön. cool das sie sich damit auseinander setzen
fettes lob
liebe rüße soye
ein wirklich gelungener Artikel, ich denke auch das Aktivität und Mut zur Veränderung früher oder später zum Glück führen.
VG
Enrico
Ich bin jetzt 60 Jahre alt und habe eindeutig die Erfahrung gemacht, dass man sich erst dann wirklich glücklich fühlt, wenn man sein Glück mit jemanden teilen kann. Reichtum hat mich zufrieden gemacht. Glücklich war ich erst, als ich fast alles verschenkt hatte !