Unglücklich im Job
Donnerstag, 31. Aug 2006 19:35 von Wolff Horbach

In diesen Tagen gab Gallup wieder seine Untersuchungszahlen über die Jobzufriedenheit der Deutschen bekannt (siehe Bericht im Spiegel). Gallup führt diese Untersuchung seit 2001 jährlich durch.
Das Bild sieht 2006 noch etwas düsterer aus als in den letzten Jahren:
- 19% - fast jeder fünfte Arbeitnehmer - hatte keine innere Bindung zum Unternehmen. Er ist frustiert, hat die innere Kündigung ausgesprochen und betreibt vielleicht sogar Sabotage.
- 68% - mehr als zwei Drittel - verspüren nur eine geringe Bindung zum Unternehmen. Sie laufen mit und machen Dienst nach Vorschrift. Von Engagement keine Spur.
- Nur 13% - nicht einmal jeder Siebte - hat eine emotionale Bindung zum Unternehmen. Er/Sie setzt sich aktiv ein und ist mit dem Job zufrieden.
Mit anderen Worten: die Gruppe eins und zwei machen zusammen 87% aus. Abermillionen von Arbeitern und Angestellten, die nur widerwillig und frustiert ihren Job machen und dabei ziemlich unglücklich sind. Hauptquell der Frustation sollen die Chefs sein und weniger die Arbeit selbst. Was sind das für “Führungs”-Leute und Manager, die Millionen von Menschen unglücklich machen? Wann kapieren diese Hornochsen endlich, was sie da anrichten. Nicht nur menschlich sondern auch wirtschaftlich für das eigene Unternehmen. Frustierte Mitarbeiter leisten nur einen Bruchteil dessen, was sie leisten könnten.
Höchste Zeit für einen radikalen Wandel. Ich weiß nicht, was die freundlichen Damen und Herren von Gallup empfehlen, ich empfehle den Glücksbeauftragten.
Hier schreibt 
Als Arbeitgeberin muss ich uns aber in Schutz nehmen! Ich bin der Meinung, dass erst mal jeder “seines Glückes Schmied” ist. Und es ist einfach einen Schuldigen zu haben, eine Mensch, ein Umstand, ein (blöder) Chef, auf den man das “Unglück” schieben kann. Wir haben verlernt zufrieden zu sein.
Umgekehrt gefragt: traurigerweise liegen wir mit dieser Unzufriedenheit an der Spitze der Skala - gibt es im Rest der Welt bessere Manager und Führungskräfte?
Glücklicherweise kenne ich beide Seiten: Als Angestellter und als Chef. Natürlich ist es zu pauschal, einfach nur auf den Chef einzudreschen und ihm alle Verantwortung zuzuschieben.
Es ist nun mal so, dass wir einen sehr hohen Anteil unseres Lebens am Arbeitsplatz zubringen. Da macht es wenig Sinn, das Glück nur auf die Freizeit und das Privatleben zu beschränken.
Ich behaupte, dass den meisten Menschen, auch den Managern, das Knowhow für eine glückliche Führung fehlt. Bei einer internationalen Umfrage unter frisch gebackenen Hochschulabsolventen nannten alle Nationen, mit nur einer einzigen Ausnahme, “interessante Arbeit” als Hauptziel. Geld kam erst an zweiter Stelle. Bei der tatsächlichen Arbeit besteht dann aber wenig Handlungsspielraum. “Der Markt”, die Mitbewerber, die “Dinge, die nun mal so sind” - die berühmten Sachzwänge - werden ständig als Argumente herangezogen, um die Menschen wie Teile in eine Maschine einzubauen, anstatt denkende und selbst handelne Wesen zu integrieren. Wir lassen den Menschen nicht die Autonomie, die wir alle anstreben und brauchen.
Schon kleine Kinder sagen “selber machen”, weil es ein Grundbedürfnis des Menschen ist, die eigenen Fähigkeiten auszuloten und zu “begreifen” wie die Dinge funktionieren. Autonomie steht auf der Skala der glückbringenden Dinge ziemlich weit oben. Leider wird diese Tatsache in den allermeisten Unternehmen völlig ignoriert. Zum großen Nachteil der Menschen UND des Unternehmens.
Autonomie ist nur ein Aspekt des Glücks für Menschen und Unternehmen. Es gibt da noch eine ganze Palette von Maßnahmen und Verhaltensweisen, die sich zu minimalen Kosten zu einem großen Plus für Mensch UND Unternehmen etablieren lassen. Es würde den Rahmen sprengen, dies hier alles aufzuführen. Wer möchte kann mich gerne dazu kontaktieren.
It’s Time for change!
PS: Eine internationale Untersuchung über die Qualität von Managern finde ich interessant. Sie darf sich nur nicht auf Umsatz und Ertrag beschränken.
[...] Im Gluecksnetzblog steht eine Zusammenfassung, die es auf den Punkt bringt: Mit anderen Worten: die Gruppe eins und zwei machen zusammen 87% aus. Abermillionen von Arbeitern und Angestellten, die nur widerwillig und frustiert ihren Job machen und dabei ziemlich unglücklich sind. Hauptquell der Frustation sollen die Chefs sein und weniger die Arbeit selbst. Was sind das für “Führungs”-Leute und Manager, die Millionen von Menschen unglücklich machen? Wann kapieren diese Hornochsen endlich, was sie da anrichten. Nicht nur menschlich sondern auch wirtschaftlich für das eigene Unternehmen. Frustierte Mitarbeiter leisten nur einen Bruchteil dessen, was sie leisten könnten. [...]
[...] Gallup zeigt mit seinen jährlichen Untersuchungen, dass diese Zahlen nicht aus der Luft gegriffen, sondern leider traurige Realität sind. [...]
[...] Zahlen werden übrigens von der jährlich erhobenen Gallup-Studie [...]
[...] das Forschungsunternehmen Gallup fest. Fazit: Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind unglücklich in ihrem Job. Zehntausende von Unternehmen kämpfen mit der mangelnden Motivation ihrer Bediensteten. Und das [...]
ich glaube wenn man unzufrieden ist auf der arbeit , keine chance hat das der chef was ändert ist es schwer. das schlimme ist wie kann man ne kündigung bekommen ohne eine sperre beim arbeitsamt zu bekommen ?
Das frage ich mich auch liebe Sandra.
Jetzt habe ich schon ne Woche krank gemacht um einfach mal durchatmen zu können und nen klaren Kopf zu sammeln. Heraus kam: ICH WILL DA RAUS! Aber wie??? Ich kann nicht kündigen - Sperre des Arbeitsamts! Wie soll ich mich auf einen neuen Job bewerben??? Was soll man da schreiben? “Ich komme mit meinen neuen AG nicht klar”??? Das kann ja auch nix.
Ich hatte 6 Jahre einen tollen Arbeitgeber, habe mich aber nach “mehr” gesehnt und mich für eine Fortbildung entschieden.
Nun habe ich seit 7 Monaten einen neuen Job, verdiene zwar mehr, fühle mich aber gänzlich unglücklich. Inzwischen belastet das schon mein Privatleben. Ich kann immer weniger lachen
Oh mann - soooo unglücklich :(((
[...] Platz im Leben zu finden. Dazu gehört beispielsweise nicht unwesentlich ein Job, eine Aufgabe eine Beschäftigung die einen auf die ein oder andere Weise erfüllt und mit der man sich einigermaßen finanziell sicher fühlen kann. Man verbringt so unglaublich viel [...]