Sozialsysteme behindern Glück
Mittwoch, 6. Sep 2006 9:33 von Wolff Horbach
Das FAZ.net berichtet unter der Überschrift Der Wert der Freiheit über ein Buch von Thomas Petersen von der Stiftung Demoskopie Allensbach und Tilman Mayer von der Universität Bonn. Die beiden Wissenschaftler haben sich mit der Bedeutung der Freiheit und den daraus resultierenden Alltagskonsequenzen beschäftigt.
Sie berichten von einem Wertekonflikt: Auf der einen Seite halten wir den Freiheitsbegriff sehr hoch. Auf der anderen Seite verlangen wir aber eine Rundumversorgung vom Staat. Die umfassenden Sozialsysteme schränken dann aber die Freiheit des Einzelnen immer weiter ein.
Der Bericht enthält eine bemerkenswerte Passage:
Nebenher gehen die Autoren auf den Zusammenhang von Freiheit und Glücksempfinden ein: Nach den Resultaten der Glücksforschung sei das Gefühl persönlichen Glücks - der beseligende “Flow” - am größten, wenn die Individuen äußeren Anforderungen aus eigenen Kräften begegnen. Glück ist sozusagen eine Prämie für Selbstüberwindung und Anstrengung. Darum kann es nicht überraschen, daß der umfassende Ausbau der sozialen Sicherung durchaus nicht mit einer entsprechenden Steigerung des Glücksempfindens parallel ging, eher im Gegenteil. Ein Befreiungsschlag könnte Wunder wirken.
Freiheit ist ein sehr hohes Gut. Meist wird es uns erst bewußt, wenn wir sie verloren haben. Nicht umsonst ist der Entzug der Freiheit - z.B. durch Gefängnis - eine der härtesten Strafen.
Wir sollten ein Stück unseres Sicherheitswahns aufgeben und dafür mehr Freiheit gewinnen. In der Konsequenz heißt das aber auch: mehr Eigenverantwortung. Sie wird mit mehr Glück reichlich belohnt werden.
Hier schreibt 
Sozialsysteme sind nötig!
Der Philosoph Stephan Klein schreibt in seiner Glücksformel, dass der soziale Ausgleich glücklich macht. Das magische Dreieck des Wohlbefindens besteht aus Freiheit, Bürgersinn und sozialem Ausgleich.
Beim Menschen gibt es Lebensphasen, in denen er die Hilfe anderer braucht (Z.B.: Kindheit, Invalidität, Kreisenalter).
Das ist mit ein Grund dafür, dass die Dänen die Glücklichsten sind, wie aus dem Newsticker nachzusehen ist. Dort existiert beispielsweise eine Volksrente, um zielgenau den Kranken und Gebrechlichen zu helfen, auch wenn sie noch jung sind.
Mit freundlichem Gruß
Heinz.