Glücksindex für China
Mittwoch, 13. Sep 2006 10:38 von Wolff Horbach
Spiegel online berichte heute, dass China einen Index für wirtschaftliches Glück einführen möchte. Das halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung, geht mir aber nicht weit genug.
Auf jeden Fall wird dieser Glücksindex besser sein als das, was wir bei uns mit dem Bruttonationaleinkommen (Abk. BNE, früher : Bruttosozialprodukt) messen. Falls ein schwerer Unfall geschieht: Das BNE steigt durch Beerdigung, Krankenhausbehandlung, Repartur und Kauf von Neuwagen etc. Das Leid der Hinterbliebenen und die lebenslangen Behinderungen und Schmerzen der Verletzten werden nicht gemessen. Falls jemand Alkohol- oder Drogen-abhängig wird: Das BNE steigt durch langwierige Behandlungen.
Fazit: das BNE ist vollkommen überholt. Wir haben das BNE nach dem 2. Weltkrieg bis heute enorm gesteigert, sind aber nicht glücklicher geworden. Kein Wunder: wenn man das Falsche misst, dann erzielt man die falschen Ergebnisse. Höchste Zeit das BNE durch einen Glücksindex abzulösen.
Ein guter Glücksindex müßte meines Erachtens umfassen:
- Wie gut kann ich meinen Lebensunterhalt bestreiten?
- Lebe ich in einer freudvollen, gesunden Umwelt?
- Habe ich ausreichend gesunde Lebensmittel und Wasser zur verfügung?
- Wie sicher fühle ich mich in meiner Umwelt? Kann ich nachts ruhig auf die Straße gehen?
- Habe ich Vertrauen zu den Menschen in meiner Umgebung?
- Erlebe ich im Falle von Krankheit, Arbeitslosigkeit und sonstiger Not eine gute Unterstützung ?
- Gibt es freien Zugang zu guten Bildungsmöglichkeiten für mich und meine Kinder?
- Habe ich ausreichend Mitwirkungsmöglichkeiten in meiner Stadt und im Lande?
- Kann ich meine Talente frei entwickeln?
- Erlebe ich eine Wertschätzung als Mitglied der Gesellschaft, in der ich lebe?
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