Vom Unsinn des Mega-Jackpots
Mittwoch, 4. Okt 2006 11:26 von Wolff Horbach
Es ist wieder soweit: Heute Abend wird wieder einmal im Lotto ein Mega-Jackpot ausgelost. Mit sehr viel Glück (Chance: 1 : 140.000.000) bekommt eine einzige Person 29.000.000 Euro ausbezahlt.
Diese freut sich riesig und hat garantiert nach kurzer Zeit ein Riesenproblem. Wenn es bekannt wird, dass sie soviel Geld gewonnen hat, dann kann sie sich garantiert vor Bittstellern aller Art nicht mehr retten. Oder sie spielt den Rest des Lebens Versteck.
Die beste Alternative wäre, für sich nur soviel abzuzweigen, dass der Rest des Lebens geldmäßig sorgenfrei wäre. Da reicht schon 1 Million. Der Rest käme dann in eine Stiftung mit einem gemeinnützlichen Zweck. Die Stiftung könnte sogar der neue, attraktive Lebensmittelpunkt werden.
Die eine (für kurze Zeit) glückliche Person hat leider einen großen Nachteil: wahrscheinlich Millionen von frustierten Lottospielern, die wieder einmal nicht gewonnen haben. Es wird so sein wie immer sein bei der hohen Belohnung Weniger: der durchschnittliche Glückspegel fällt.
Viel besser wäre es, den Jackpot zu stückeln. So könnten sich zum Beispiel heute Abend 29.000 Menschen auf jeweils 1.000 Euro freuen. Und für die Anderen wäre der Nichtgewinn völlig unbedeutend.
Die Lottogesellschaften werden dagegen sein, weil der Mega-Jackpot auch Lotto-Muffel scharenweise in die Annahmestellen lockt. Sollte der Mega-Jackpot heute nicht geknackt werden, dann wird das Thema für den Rest der Woche die Nation beschäftigen. Garantiert.
PS: Ich habe auch gespielt. Sollte der höchst unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ich gewinne, dann gibt es eine Stiftung Glück. Versprochen.
Hier schreibt 
Ich will auch den Jackpot. Leider gehöre ich nicht zu der Gruppe von Menschen wie sie ein/e Herr/Frau Strelon von heuteblog in seinem Beitrag “Die Gier ist gut!?” beschreibt. Verknüpft er/sie doch einen möglichen großen Lottogewinn mit “vollgepissten Stadtstreichern”, “depressiven Studienräten” und “frustrierten Autofahrern”. Sicherlich ganz lustig zu lesen, doch auf den zweiten Blick extrem diskriminierend. Wer es sich trotzdem reinziehen möchte findet den ganzen Beitrag unter http://heuteblog.de/2006/10/05/ .
Alles Liebe
Sophia
In einer Studie wurde herausgefunden, dass Lottogewinner, die vor ihrem Gewinn unzufrieden waren eine gewisse Zeit nach einem Gewinn wieder in ihre Unzufriedenheit zurückfielen-obwohl sie noch das viele Geld oder fast alles davon hatten und sich hätten noch so vieles kaufen können. Menschen, die vor dem Gewinn zufrieden waren blieben es auch nach dem Gewinn.
Glück hängt nicht von der Menge an Geld ab. Sehr reiche (an Geld) Menschen können sehr unglückliche Menschen sein.
Die Kunst Zufriedenheit (Glück) zu erleben liegt darin zu erkennen, dass es nichts zu erreichen gibt im Sinne von “mehrbekommen” bzw “anhäufen”. Zufriedenheit (Glück) ist uns angeboren und unsere Denkmuster, die darüber liegen machen uns unglücklich.
Sehr schönes Buch dazu “JETZT” von Eckhart Tolle
[...] ich hier und hier schon mal über die zweifelhaften Auswirkungen von hohen Lottogewinnen geschrieben habe, [...]
[...] es derzeit kaum andere Themen als den Rekord-Lotto-Jackpot von 38 Millionen €. Man kann dem Thema nur schwer [...]