Täglich 15 Minuten fürs Glück
Montag, 5. Feb 2007 11:01 von Wolff Horbach
Ralf Senftleben empfiehlt beim Zeit-zu-leben Blog im Beitrag Schritt für Schritt zum Glück, täglich 15 Minuten für das eigene Glück aufzuwenden. Dies entspricht der Vorgehensweise beim GlücksNetz.
Täglich 15 Minuten, um in dem weiterzukommen was uns wichtig ist, was uns unseren Träumen näher bringt, was unsere Lebensqualität verbessert. Dies sind notwendige, aber aus meiner Sicht nicht hinreichende Punkte. Warum? Ganz einfach: Man kann nämlich auch täglich 15 Minuten an den falschen, bzw. unzweckmäßigen Zielen arbeiten.
Dazu ein Beispiel: Ein junger Mann möchte unbedingt einen Porsche fahren. Schon als Junge hat er davon geträumt. Jetzt nach dem Abschluss des Studiums und einem gutdotiertem Arbeitsplatz scheint der Wunsch in Reichweite zu gelangen. Außer dem Prestigegewinn erhofft sich unserer potentieller Sportwagenfahrer auch noch mehr Erfolg bei Frauen. Wenn er jetzt anfängt, täglich 15 Minuten an seinem Traum zu arbeiten, wird er sehr wahrscheinlich der Erfüllung näher kommen. Er wird versuchen mehr Geld zu verdienen, vielleicht für mehr Geld seinen Job zu wechseln. Aber wird er, wenn eines Tages der 911 vor der Tür steht, glücklicher sein? In den ersten Tagen wahrscheinlich ja. Danach läßt das Glücksgefühl sehr schnell nach. Die gute Laune ist spätestens dann dahin, wenn er zum ersten Mal in der Werkstatt war und die Rechnung bekommt. Oder wenn er erfährt, dass er mit seinem Auto besonders viel CO2 in die Umwelt schleudert.
Die Glücksforschung belegt eindrucksvoll, dass materielle Reichtümer zu unserem Glück fast gar nichts oder nur minimal etwas beitragen. Im Hinblick auf die eigene Glücksbilanz ist also der Porschebesitz verständlich, aber nicht besonders sinnvoll.
Bevor ich also täglich 15 Minuten etwas für mein Glück tue, wäre es zunächst sehr wichtig zu wissen, wie ich am besten glücklich werde. Denn falsche Vorstellungen vom Glück bewirken ganz leicht das Gegenteil von dem dem, was mir wirklich gut tut.
Hier schreibt 
Ich habe immer wieder gute Erfahrungen damit gemacht, mir morgens Fragen zu stellen wie:
“Worüber bin ich heute besonders glücklich?”
Wenn darauf keine Antwort finde, hilft mir ein kleines Wort: “könnte”, wenn ich das in die Frage einfüge, kommt mein Gehirn immer auf eine (oder mehrere) Antworten.
Beim Schreiben dieser Zeilen geht mir gerade folgende Idee durch den Kopf:
Man könnte doch tägliche Rituale - wie z.B. das Tee-Kochen - mit so einer Abfrage kombinieren. Dann vergißt man sie nicht so schnell und stellt sicher, dass man dem Glück auf der Spur bleibt.
Hallo Jörg, das mit dem könnte ist eine tolle Idee! Danke.
Und die Verbindung Tee-Kochen - GlücksFrage finde ich sehr schön. So werden werden zwei Rituale gekoppelt.