Die Depression herbeireden - oder das Glück!
Mittwoch, 18. Jul 2007 22:15 von Wolff Horbach
Vor vielen Jahren besuchte ich mal einen Abend mit der Kölner Frauen-Kabarett-Gruppe “Mama Grappa”. Eine Szene ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Eine Frau berichtete in einem ziemlich deprimierten Zustand über ihre Selbsthilfegruppe: “Wir treffen uns immer Dienstagabends und denken uns Probleme aus”. Großes Gelächter.
Leider ist das für viele Menschen bittere Realität. Wer zu Depressionen neigt, sucht sich dann oft noch ein Umfeld von Gleichgesinnten. Dort vertieft man die Probleme und redet sich buchstäblich in die Depression rein. Im letzten Jahr habe ich mal in Depri-Foren mich umgeschaut und war erschüttert. Erstens über die unglaubliche Fülle von Menschen, die sich da austauschen über ihre Depression, zweitens über das gegenseitige Runterziehen. Ich habe mal einen Beitrag geschrieben, kurz mein oben aufgeführtes Erlebnis mit “Mama Grappa” erzählt (” .. denken uns Probleme aus”) und dann provokativ gefragt: “Ist das hier etwas Ähnliches?”. Oh je, sind die über mich hergefallen! “Mangelndes Verständnis für die Problematik” war noch eine der freundlichsten Antworten.
Dass ich mit meiner Einschätzung ganz richtig lag, dass das Bereden von Problemen die Situation verschlimmert oder erst gar herbeiführt, bestätigt eine jüngste Untersuchung aus den USA, über die Telepolis jetzt berichtet:
…und noch mehr leiden. Studie: Ausführliche Gespräche über Probleme können bei Mädchen Depressionen und Ängste verstärken
Wer gute Freunde hat, braucht keine Psychotherapie, konnte man früher öfter mal hören. Stimmt nicht, heißt es nun, vielmehr trifft das genaue Gegenteil zu: Wer mit seinen Freunden ausgiebig über Probleme spricht, könnte sie in einem unerwünschten Sinn vertiefen. Zudem drohen Depressionen und Ängste, besonders wenn man ein Mädchen ist - so das Ergebnis einer aktuellen amerikanischen Studie.
Ganzen Beitrag lesen: Telepolis
Meine Empfehlung: Mit Freunden über Glück reden. Da wirkt wahrscheinlich der gleiche Mechanismus. Aber in eine positive Richtung! Viel Glück!
Schon mal probiert?
Hier schreibt 
über persönliches glück zu reden, ist sicher erbaulich. doch ich finde, dass man deswegen nicht so leicht über das leid der depressiven hinweghoppeln kann. wer darunter leidet, braucht ernsthaftere hilfe. und freunde reichen dabei nicht immer - so wichtig sie auch sind.
für Karrierebibel:
immer dieses “aber”! Genau darum geht es doch: wie entsteht das Leid der Depressiven?
Wenn ich Scheisse denke, schreibe oder sage, dann bin ich Scheisse - weil das Bild, die Imagination dann in mir herrscht, mich beeinflusst - wenn ich Liebe denke …
Ich war selber geraume Zeit in einer Tiefphase,
herausgefunden habe ich nur durch die Besinnung auf meine positiven Inhalte.
Es geht um das Gesetz der Ausstrahlung, das Resonanzgesetz.