Schule: Glückskiller Nummer eins?
Dienstag, 13. Nov 2007 11:18 von Wolff Horbach

“Schule macht Kinder unglücklich” schreibt Welt-online über eine Studie, die das Glücksempfinden der vier- bis zwölfjährigen Kinder untersucht hat. Die Ergebnisse lassen zum Teil kein gutes Haar an unserem Schulsystem. Es ist sogar die Rede von der Schule als Glückskiller Nummer eins.
Die Studie wurde zum zehnjährigen Jubiläum der Kindersendung “Tabaluga tivi” von der ZDF-Medienforschung in Auftrag gegeben. Detaillierte Ergebnisse sollen am Donnerstag bei einem Fachkongress in Mainz vorgestellt werden. Einzelheiten wurden bereits jetzt bekannt:
Als entscheidend für das Kinderglück nennt die Studie die Situation in der Schule. Das Zeugnis für die deutschen Schulen fällt dabei insgesamt nicht gut aus. Glücklicher sind Kinder, die leicht lernen, aktiv am Unterricht teilnehmen und die Schule als spannend empfinden. Schüler, die nie lange an Hausaufgaben sitzen müssen, sind zu 66 Prozent “total glücklich”, jene, die sich quälen und Stunden benötigen, zu 39 Prozent.
Je älter die Schüler werden, desto kritischer sehen sie die Schule. 50 Prozent der Sechsjährigen gehen noch “sehr gerne” in die Schule, 13-Jährige tun dies nur noch zu 16 Prozent. Gymnasiasten äußern sich eher zufrieden mit der Schule, Hauptschüler deutlich weniger.
Der Erziehungswissenschaftler Anton Bucher von der Universität Salzburg hat die Studie erarbeitet. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk äußert es sich zu den Ergebnissen: Echte Ganztagsschulen machen Schüler glücklicher.
Und bei 3Sat gibt es dazu eine Diskussionsrunde: Glück! Der Zustand, den alle wollen. Sendetermin: Donnerstag, den 15.Nov.2007, 21 Uhr innerhalb der Sendereihe “delta”.
Hier schreibt 
Wie war das denn bei Dir?
Ich erinnere mich an meine Schulzeit nur mit weitgehend schlechten Gefühlen und kann der Überschrift des Beitrages in der Welt nur zustimmen. (Meine Schulzeit ist aber auch schon ein paar Jahrzehnte her ;-))
Jörg, ich habe sehr unterschiedliche Erfahrungen mit Schule. Ich hatte lange Zeit erhebliche Probleme in der Schule. Nicht weil ich nicht mitgekommen wäre - im Gegenteil. Ich habe mich teilweise gelangweilt. Hausaufgaben haben mich nicht interessiert, weil ich nicht eingesehen habe, wieso ich 10 Matheaufgaben “üben” sollte, die schon konnte. Aber den Lehrer hat nicht interessiert, ob ich die Aufgaben konnte, sondern, ob ich meine Hausaufgaben gemacht hatte. Wenn ich sie nicht gemacht hatte - und das war oft der Fall - dann bin ich natürlich morgens mit einem schlechten Gewissen in die Schule geschlichen, mit Bauchschmerzen und Übelkeit. Und wenn ich erwischt wurde, gab es auch noch eins mit dem Bambusstöckchen auf die Finger. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts!
Ich habe aber auch extrem gute Erfahrung mit Schule und Lernen. Dort, wo ich gefordert und gefördert wurde, war ich in meinem Element.
Die Freude am Lernen und Entdecken habe ich mir Gottseidank für mein Leben erhalten. Das ist für mich ein große Glücksquelle. Von daher tue ich mich auch schwer, die Schule apriori als Glückskiller Nummer eins abzutun.