Depressionen auf dem Vormarsch - leider!
Mittwoch, 16. Jul 2008 15:15 von Wolff Horbach

Bild: SPIEGEL ONLINE
Depressionen entwickeln sich immer mehr zur Volksseuche Nummer 1. Spiegel Online berichtet heute, dass die durchschnittliche Krankenhausaufenthaltsdauer psychisch bedingter Leiden mittlerweile größer ist als die von Herz-Kreislauf-Leiden:
Lagen Herz-Kreislauf-Kranke 1992 noch durchschnittlich 13 Tage in der Klinik, waren es 2007 nur noch 8,8 Tage. Von 1990 bis 2007 sank die Zahl der stationären Behandlungstage pro 1000 Versicherte wegen Kreislauferkrankungen um 41 Prozent - von 380 auf 224 Tage [Anmerkung: rote Linie im Bild].
Bei psychischen Erkrankungen ist hingegen ein genau gegenläufiger Trend zu beobachten: Von 1990 bis 2007 stieg die Anzahl der Behandlungstage pro 1000 Versicherte im Krankenhaus von 175 auf 241 - das sind 37 Prozent [Anmerkung: blaue Linie im Bild]. Insgesamt sind psychische Störungen damit erstmals für die meisten Krankenhaustage verantwortlich, obwohl nur jeder zehnte Patient eine solche Diagnose hat. Zum Vergleich: Jede vierte Diagnose entfällt auf Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems.
Wenn man sich die Gründe mal etwas genauer ansieht, scheint es so, dass immer mehr Menschen nicht mehr mit ihrem Alltag klar kommen. Überforderung, Stress, falsche Glücksvorstellungen enden dann irgendwann beim Therapeuten oder im schlimmsten Fall in der Klinik. Die Folgen sind millionenfaches Leid und immense Kosten für die Gesellschaft.
Wann begreifen wir endlich, dass es viel sinnvoller (und billiger) ist, die Menschen stark zu machen fürs Leben, anstatt sie später zu reparieren - pardon: heilen? Sinnvoll wäre das Schulfach Glück anstatt verblödender Castingshows, in der es nur einen Gewinner und Zehntausend Verlierer gibt.
Hier schreibt 
Lieber Wolff,
dies beobachte ich schon seit längerem. Vor allem scheinen mir Männer weitaus mehr und öfter betroffen zu sein als Frauen. Ich denke, sie kommen mit den Anforderungen des (all) täglichen Lebens - vor allem im Beruf - immer schlechter zurecht.
Erschwerend für Männer ist, dass sie sich nicht öffnen können, ihre Probleme nicht erkennen (wollen) und vor allem sehr schlecht Hilfe annehmen können.
Es gibt für Männer noch sehr viel zu lernen.
Dein Buch kommt hier zum richtigen Zeitpunkt.
HERZliche Grüße
Dori
Liebe Dori,
deine Beobachtungen im privaten Bereich sind bestimmt richtig. Vielleicht hast du viele starke Frauen in deinem Umfeld. Tatsächlich ist es nach vielen Studien aber so, dass etwa doppelt so viele Frauen wie Männer an Depressionen erkranken.
Wie dem auch sei: die Zahlen für beide Geschlechter steigen und steigen. Wenn Millionen von Menschen die Lebensfreude verlieren und sich im äußersten Falle das Leben nehmen, dann sind das alarmierende Zeichen, dass in unserer Gesellschaft etwas gravierend falsch läuft. Therapie ist bei einer aktuellen Erkrankung sicher angebracht. Aber wir müssen dringend an die Ursachen ran. Und das bedeutet für mich, die Menschen in die Lage versetzen, dass sie von sich aus ein freudvolles, bejahendes Leben gestalten können.
Lieber Wolff,
statistisch gesehen mag das ja stimmen. In meinem privaten Umfeld gibt es zwar starke Frauen, aber auch genauso viele starke Männer.
Mein Kommentar war einzig auf das Berufsleben gemünzt. Ich habe 35 Jahre Berufsleben hinter mir, zur Zeit arbeite ich in einem sehr großen Unternehmen, wie Du weißt. Die Beobachtungen, die ich hier mache, treffen - was die depressiven Verstimmungen oder Depressionen betrifft, oder das Unvermögen, den Alltag mit all seinen Bereichen zu meistern - die Männer, und nicht die Frauen.
Vielleicht ist das - Statistik hin und her - für Dich ein guter Ansatzpunkt. Schließlich nehmen Männer von Männern leichter an als von Frauen.
Viele liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg bei Deiner
Glücksrevolution.
Dori
Viele liebe Grüße
Dori
[...] ca. 90% aller Depressionen auf Stress zurückzuführen sind. Das würde auch erklären, warum sich Depressionen zur Volksseuche #1 [...]
[...] ca. 90% aller Depressionen auf Stress zurückzuführen sind. Das würde auch erklären, warum sich Depressionen zur Volksseuche #1 [...]
[...] glücklichsten Menschen auf ihren Untergang vorbereiten können. Dafür dürften sich bei uns die Anzahl der Depressionen weiter [...]