Glückliche Reise
Montag, 12. Jan 2009 20:12 von Wolff Horbach

Soeben fand ich auf Spiegel-Online einen schönen Essay über das Reisen. Der Bestsellerautor Ilija Trojanow ruft uns zu: »Setzt euch der Fremde aus!«.
Als ich die Einleitung zum Essay las, fielen mir sofort die Pauschaltouristen ein, die nicht wirklich reisen, sondern nur einen Kulissenwechsel wollen: Möglichst eine schöne Aussicht und die Sonne soll scheinen. Aber sonst soll alles sein wie zu Hause: Deutscher Kaffee, Deutsches Bier und morgens gibt es frisch die BLÖD-Zeitung mit dem neuestens Tratsch aus der Heimat.
Der Autor empfiehlt dagegen eine ganz andere Art des Reisens. Viel Gepäck ist eine Last und bereitet ständig Sorge, dass es verloren geht. Wer mit ganz wenig Gepäck reist, hat ein paar Sorgen weniger. Auch stört das Reisen in einer größeren Gruppe. Die Gruppe hält uns meistens davon, das Land und die Leute wirklich kennen zu lernen. Auch mit schnellen Verkehrsmitteln lernen wir das Land nicht wirklich kennen. Die Landschaften fliegen am Auto nur so vorbei.
Daher der Rat des Autors: Reise allein, reise ohne Gepäck und reise langsam.
Sofort kamen Bilder hoch von einer Südostasienreise, die ich vor vielen Jahren unternommen habe. Zusammen mit meiner Partnerin war ich ein paar Wochen in Malaysia und Indonesien unterwegs. Mein ganzes Gepäck bestand aus einem Rucksack mit 7kg Inhalt. Ich habe nichts vermisst. Die einzigen Fixpunkte waren der Hin- und Rückflug. Ansonsten haben wir uns immer auf das eingelassen, was gerade geschah. Wir waren im Dschungel und haben ein paar Nächte in einer kleinen Hütte direkt am Reisfeld übernachtet. Kein fliessendes Wasser, kein Strom. Und doch bleiben die Eindrücke, die Kontakte mit den Einheimischen unvergesslich. Ich verstehe, was der Autor meint.
Interessant finde ich auch das Zitat aus einem alten Lehrbuch:
In dem hinduistischen Lehrbuch “Aitareya-Brahmana” etwa steht geschrieben: “Es gibt kein Glück für den Menschen, der nicht reist. In Gesellschaft von Menschen wird auch der Beste zum Sünder … also brich auf. Des Wanderers Füße sind wie eine Blume: seine Seele wächst, erntet Früchte; seine Mühen verbrennen seine Sünden. Also brich auf! Wenn du rastest, rasten auch deine Segnungen; sie stehen auf, wenn du aufstehst, sie schlafen, wenn du schläfst, sie regen sich, wenn du dich regst. Gott ist der Freund der Reisenden. Also brich auf.”
Ganzen Essay lesen auf Spiegel-Online.
Hier schreibt 
[...] gerade mit einem Beitrag ein paar alte Erinnerungen bei mir wach gerufen. Er schreibt über das Glück des Reisens mit nur wenig Gepäck und natürlich außerhalb der vielbetretenen [...]
Glückliche Reise, das ist es, was das Bild ausstrahlt das der Blog beinhaltet. Nur mich macht ihr damit nicht glücklich, denn ich bekomme Fernweh.
Ich will zurück nach ägypten. Dort habe ich gerade erst eine traumhafte Ägypten Rundreise gemacht. Ich will nochmal!